Bei Renovierungsarbeiten kommen böse Überraschungen häufig von den HLKS-Anlagen (Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektrik). Man öffnet eine Zwischendecke und entdeckt Kabelkanäle, die auf keinem Plan verzeichnet sind, oder einen Lüftungsschacht an der Stelle, an der eine neue Trennwand vorgesehen ist.

Die vorhandenen Pläne geben selten den tatsächlichen Zustand des Gebäudes wieder. Eine HVS-Bestandsaufnahme mittels 3D-Laserscan ermöglicht es, den bestehenden Zustand vor Beginn der Planungsarbeiten zu erfassen, anstatt ihn erst auf der Baustelle festzustellen.

Warum sich HLK- und Sanitäranlagen nur schwer dokumentieren lassen

Dichte und oft verborgene Leitungsnetze

Die technischen Anlagen konzentrieren sich auf die am schwersten zugänglichen Bereiche des Gebäudes: Installationsschächte, Steigleitungen, Zwischendecken, Kriechkeller und Kellerräume. Dort kreuzen sich mehrere Leitungsnetze auf engstem Raum, was die manuelle Bestandsaufnahme zeitaufwendig und fehleranfällig macht.

Selten aktuelle Pläne

Ein 30 oder 40 Jahre altes Gebäude hat zahlreiche Umbauten erfahren: Austausch eines Heizkessels, Einbau einer Lüftungsanlage, Erweiterung des Stromnetzes. Diese Änderungen werden selten in den Plänen vermerkt. Die verfügbare Dokumentation beschreibt das Gebäude daher oft so, wie es bei der Übergabe war.

Direkte Auswirkungen auf die Baustelle

Diese Diskrepanz hat konkrete Kosten zur Folge:

  • Konflikte zwischen den Gewerken, die erst während der Ausführung entdeckt werden
  • falsch positionierte Aussparungen und Durchbrüche
  • neue Ausstattungselemente, die nicht durch die vorgesehenen Zugänge passen
  • Nacharbeiten, Verzögerungen und Mehrkosten

Die Empfehlung der KBOB zu den haustechnischen Anlagen, deren Ausgabe vom Juli 2026 für Gebäude öffentlicher Bauherren gilt, die Mitglieder der KBOB sind, verlangt, dass die vertikalen Verteilbereiche gefahrlos zugänglich sind und dass die Transportwege für Großgeräte vorgesehen und dokumentiert werden. Bei Sanierungen setzen diese Anforderungen voraus, dass man genau weiß, was vorhanden ist.

Was eine CVSE-Bestandsaufnahme mittels 3D-Laserscan ermöglicht

Der Laserscanner erfasst pro Messstation innerhalb weniger Minuten Millionen von Punkten. Zusammengesetzt bilden diese Stationen eine Punktwolke, die die tatsächliche Geometrie der Räumlichkeiten und Anlagen wiedergibt, und zwar mit einer Genauigkeit im Bereich von wenigen Millimetern, je nach Aufnahmebedingungen.

Konkret ermöglicht eine CVSE-Bestandsaufnahme Folgendes:

  • alle technischen Räume zu erfassen: Heizraum, Umspannwerk, Lüftungszentrale, Schaltschrankraum, Sanitärraum
  • die Position, den Durchmesser und den Verlauf von Schächten, Leitungen und Kabelkanälen sowie die verfügbaren Deckenhöhen zu dokumentieren
  • dem Architekten, dem HLK-Ingenieur und den Fachbetrieben eine einheitliche Arbeitsgrundlage zur Verfügung zu stellen, was die Koordination zwischen den Gewerken vereinfacht und es ermöglicht, Konflikte zwischen den Versorgungsnetzen bereits in der Planungsphase zu erkennen
  • Maße oder Details vom Büro aus zu überprüfen, ohne erneut die häufig genutzten Räume aufsuchen zu müssen

Welche Ergebnisse für welche Anforderungen?

Das richtige Ergebnis hängt vom Verwendungszweck ab. Es ist nicht erforderlich, jedes Ventil zu modellieren, wenn das Ziel darin besteht, den Durchgang eines Kanals zu überprüfen.

Ergebnis Hauptverwendungszweck Für wen
Punktwolke und virtueller Rundgang Einsichtnahme, Maßabnahme, Überprüfung am Bildschirm Alle Beteiligten
2D-Pläne und Schnitte (CAD) Sanierungsstudien, Ausführungspläne, Genehmigungsunterlagen Architekten, HLK-Ingenieure
BIM-Modell für Haustechnik Koordination zwischen den Gewerken, Konfliktanalyse, Grundlage für den Betrieb Planer, BIM-Manager, Facility-Manager

Festlegung des Detaillierungsgrades (LOD)

Bei einem BIM-Modell wird der Detaillierungsgrad vor der Bestandsaufnahme festgelegt. Zwei gängige Fälle:

  • Ein einfacher LOD stellt die Versorgungsnetze in Form von Raumaufnahmen dar (Schächte, Hauptleitungen, großvolumige Anlagen). Dies reicht für die räumliche Koordination aus.
  • Ein detaillierter LOD unterscheidet zwischen Objekten, deren Abmessungen und deren Klassifizierung. Er ist sinnvoll, wenn das Modell anschließend für die Instandhaltung genutzt werden soll.

Jede zusätzliche Stufe erhöht den Bearbeitungsaufwand. Es ist daher ratsam, den Detaillierungsgrad entsprechend den Entscheidungen festzulegen, die das Modell unterstützen soll.

Die Grenzen des Scans und wie man damit umgeht

  • Der Scan erfasst nur das, was sichtbar ist. Eine Leitung, die hinter einer geschlossenen Zwischendecke verborgen ist, erscheint nicht in der Punktwolke. Daher muss an wichtigen Stellen das Öffnen von Revisionsklappen oder das Entfernen einiger Bodenplatten vorgesehen werden.
  • Er erfasst die Geometrie. Das von einer Leitung geförderte Medium oder deren Zustand erscheinen nicht in der Punktwolke. Diese Daten werden vor Ort anhand von Beschriftungen und der Gebäudedokumentation ergänzt.
  • Unterputz- oder unterirdisch verlegte Leitungsnetze erfordern andere Untersuchungsmethoden, die bei Bedarf mit dem Scan kombiniert werden können.

So bereiten Sie eine effiziente CVSE-Bestandsaufnahme vor: 6 Schritte

  1. Legen Sie das Ziel fest: umfangreicher Umbau, Austausch einer Wärmequelle, Anpassung an geltende Vorschriften oder Grundlage für den Betrieb. Dies bestimmt den Umfang und die zu liefernden Ergebnisse.
  2. Sammeln Sie die vorhandene Dokumentation (Pläne, Prinzipskizzen, Installationsunterlagen). Selbst wenn diese nur unvollständig ist, hilft sie dabei, die Leitungsnetze in der Punktwolke zu identifizieren.
  3. Zugänge organisieren: Schlüssel zu den Technikräumen, Genehmigungen für sensible Bereiche, Zeitfenster, die mit der Nutzung des Gebäudes vereinbar sind.
  4. Erstellen Sie eine Liste der Zwischendecken, Revisionsklappen und zu öffnenden Installationsschächte und legen Sie fest, wer dafür zuständig ist.
  5. Sorgen Sie vor Ort für einen Hausmeister oder Techniker, der das Gebäude kennt, um die Anlagen schnell identifizieren zu können.
  6. Überprüfen Sie vor der Erfassung den Detaillierungsgrad, die Klassifizierung und die Austauschformate in Übereinstimmung mit den Anforderungen des Bauherrn.

Nutzung der Bestandsaufnahme für den Gebäudebetrieb

Für einen Facility Manager oder einen Immobilienbesitzer bleibt die HLK-Bestandsaufnahme auch nach Abschluss der Arbeiten nützlich. Eine zuverlässige Dokumentation der Anlagen dient dazu:

  • die Instandhaltung zu planen, indem jede Anlage schnell lokalisiert wird
  • die Vorbereitung von Austauscharbeiten durch Überprüfung der Abmessungen und Zugangswege
  • Energieprojekte zu unterstützen, beispielsweise die Umstellung auf erneuerbare Wärmeerzeugung
  • als Ausgangspunkt für einen digitalen Zwilling zu dienen, der im Laufe der Zeit durch Betriebsdaten ergänzt wird

Die vom Bund gemeinsam mit der KBOB verfolgte Strategie „Digitale Methoden“ in ihrer Version 2.0 vom April 2024 deckt im Übrigen den gesamten Lebenszyklus von Bauwerken ab, von der Planung bis zum Betrieb. Ist die Bestandsaufnahme von Anfang an gut strukturiert, kann sie über Jahre hinweg von einem Projekt zum nächsten weiterverwendet werden.

Wichtige Punkte zum Merken

  • In bestehenden Gebäuden sind HLK-Anlagen oft unzureichend dokumentiert, was bei Sanierungsarbeiten zu unvorhergesehenen Problemen führt.
  • Der 3D-Laserscan erfasst deren tatsächliche Geometrie und schafft eine gemeinsame Grundlage für alle Beteiligten.
  • Das Ergebnis (Punktwolke, CAD-Pläne, BIM-Modell) und der LOD-Grad werden je nach Verwendungszweck ausgewählt.
  • Eine effiziente Bestandsaufnahme erfordert Vorbereitung: Zugänge, Öffnungen in Zwischendecken, vorhandene Unterlagen.
  • Gut strukturierte Daten bleiben auch nach Abschluss der Bauarbeiten für den Betrieb des Gebäudes von Nutzen.

Eine auf Ihr Projekt zugeschnittene Bestandsaufnahme

Bei AB 3D Scanning legen wir gemeinsam mit Ihnen den Umfang, die zu liefernden Ergebnisse und den erforderlichen Detaillierungsgrad fest – von der Erfassung vor Ort bis zum fertigen Modell. Wenn Sie eine Sanierung planen oder die technische Dokumentation Ihrer Gebäude zuverlässiger gestalten möchten, besprechen wir dies gerne mit Ihnen.

Quellen